– ein Erfahrungsbericht

Als „La Huasteca“ wird das ehemalige Siedlungsgebiet der indigenen Zivilisation der Huasteca bezeichnet. Die Region erstreckt sich über den gebirgigen Osten und die Sierra vom Bundesstaat San Luis Potosí, das Küstengebiet im Süden des Bundesstaates Taumalipas, den Norden vom Bundesstaat Veracruz und über kleinere Gebiete von den Bundesstaaten Hidalgo und Querétaro.

Das Gebiet im Bundesstaat San Luis Potosí wird „La Huasteca Potosina“ genannt und bietet viele natürliche Sehenswürdigkeiten. Die herrliche Landschaft besticht mit üppiger Vegetation in tropischen Wäldern, rauschenden Flüssen und spektakulären Wasserfällen sowie Höhlen und tiefen Abgründen.

Die Huasteca ist wenig bereist und geniesst immer noch den Status eines Geheimtipps. Doch ich wurde glücklicherweise durch eine einfache Facebook-Veranstaltung darauf aufmerksam gemacht. Die selbe Organisation, mit der ich schon am „Dia de los Muertos“ nach Michoacán gefahren bin, organisierte einen 3-tägigen Ausflug und mir war wieder klar, dass ich unbedingt dabeisein möchte.

Ich wusste nicht so recht, was mich erwartet, wurde aber sicherlich nicht enttäuscht! Los ging es in Querétaro bereits um Mitternacht, wodurch wir die erste Nacht im Bus verbracht und morgens aufgeschlafen an unserem ersten Stop ankamen – dem „Puente de Dios“ (zu deutsch „Brücke Gottes“). Über eine steile Treppe gelangten wir hinunter zu einem auffällig blau schimmernden Wasserloch. Die Lagune wird rundum umgeben von üppigem Regenwald, senkrechten Felswänden und unglaublichen Wasserfällen. Für uns bedeutete dies zudem, ab ins kühle Nass zu springen! Wer sich das nicht getraut hat, konnte auch über einen schmalen Pfad weiter abwärts zu einem Höhleneingang steigen, wo der unterirdische Flussweg der Lagune unter dem Puente de Dios bis in das herrliche, natürliche Schwimmbad führt. Die Umgebung ist wirklich fantastisch, fast schon magisch. Die Wasserfälle, das kristallklare Wasser und die sattgrüne Vegetation, laden zum träumen ein.

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Nach diesem abenteuerlichen Erlebnis ging es weiter zum surrealistischen „Schloss“ des englischen Künstlers Sir Edward James. Er erfüllte sich im Regenwald der Huasteca Potosina, im Bergdorf Xilitla, seinen Lebenstraum und es entstand sein Lebenswerk, eines der grössten und wenig bekannten künstlerischen Denkmäler des Surrealismus. Über einen Zeitraum von 20 Jahren entstanden mehr als 36 bizarre Skulpturen und Strukturen, eingebettet in eine wunderschöne, natürliche Umgebung im tropischen Regenwald von Xilitla. Die perfekte Kulisse für ganz besondere Fotos!

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Abends kamen wir dann nach einem gelungenen ersten Tag in unserem Hotel mit Pool an und konnten den Abend noch schön ausklingen lassen.

Am nächsten Tag hatten wir die Wahl zwischen Wildwasserrafting oder entspanntem Baden. Natürlich habe ich mich für das Wildwasserrafting entschieden! Zunächst hatte ich zwar ein wenig Angst davor, aber die Abenteuerlust und meine Neugier waren dann doch grösser! Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung wurden wir in Gruppen von sieben Personen plus Begleiter eingeteilt und dann ging es auch schon los. Die Fahrt auf dem Fluss Rio Tampaon begann ruhig, was unserem Begleiter die nötige Zeit gab, um uns die verschiedenen Ruderkommandos beizubringen. Ausserdem wurde uns gezeigt, wie wir am besten jemandem aus dem Wasser heraus wieder ins Boot bekommen. Da wussten wir nur noch nicht, dass wir dieses Wissen später noch anwenden müssten. Es ging dann ziemlich schnell wilder zu und unser Boot stoss mit einem anderen zusammen, wobei einige von uns (darunter natürlich auch ich) ins Wasser gefallen sind. Allerdings halfen uns die im Boot gebliebenen sofort wieder aus dem Wasser, ganz wie wir es zuvor gelernt hatten. Also alles halb so schlimm.

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Später erreichten wir einen Punkt, an dem wir aussteigen und ein Stück laufen mussten. Am Ende des Pfades wartete ein weiterer ca. 3m hoher Wasserfall auf uns, von dem wir springen sollten. Danach ging es wieder mit dem Schlauchboot weiter. Das ganze hat so Spass gemacht, dass ich nicht mal mehr weiss wie lange wir insgesamt unterwegs waren.

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Von dort aus ging es aber auf jeden Fall weiter zu den „Cascadas de Micos“, was so viel heisst wie „Wasserfälle von Micos“, wo uns ein Sprung aus acht Metern erwartete. Der Fluss Rio Tamasopo formt nämlich eine Serie von mehreren Terrassen mit Wasserbecken und Wasserfällen, von den man springen muss, um von oben wieder nach unten zu gelangen. Am Anfang sind wir zum höchstgelegenen See gelaufen und dann in die tiefer gelegenen natürlichen Pools gesprungen und weiter zum nächsten Wasserfall geschwommen. Dabei waren an den Kanten immer Guides, die uns Halt gegeben haben und dafür sorgten, dass nichts passiert. Ich war schon sehr gespannt auf den 8 m hohen Wasserfall und hatte riesen Spass beim runterspringen. So viel Überwindung, wier ich zuvor dachte, hat es mich auch gar nicht gekostet, weil man sich zuvor langsam an die Höhe herantasten konnte.

Am dritten und letzten Tag stand der Besuch der Wasserfälle von Tamul an. Wir machten uns sportlich aktiv mit einem Paddelboot auf den Weg zum Wasserfall, den Fluss Rio Tampaón hoch. Durch die wunderschöne Landschaft und eine beeindruckende Schlucht gelangten wir zu den Wassermassen des Rio Gallinas, welche den Wasserfall von Tamul formen und die rund 100m spektakulär auf den Rio Tampaón herunter stürzen. Dort angekommen kletterten wir auf einen Stein um ein paar Erinnerungsfotos zu schiessen, bevor wir uns den Fluss herab treiben liessen. Bevor wir die lange Heimfahrt antraten, konnten wir noch eine Wasserhöhle besuchen, die auf dem Weg lag, um dort ein wenig zu baden.

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Alles in allem waren es drei richtig gelungene Tage! Ich habe viel Neues ausprobiert, wunderschöne Natur erlebt und würde es jedem empfehlen, der die Möglichkeit dazu hat und und ein wenig abenteuerlustig ist!

 

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