Guanajuato
KOLONIALES FLAIR UND KLEINE GASSEN
Die wunderschöne Stadt Guanajuato verzaubert durch ihr prächtiges Stadtzentrum mit kolonialer Architektur, welches 1993 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Man könnte Stunden damit zubringen, durch die engen Gässchen zu schlendern, die sich die Hügel hinauf- und wieder hinabwinden und die herrliche Atmosphäre aus kolonialer Vergangenheit und, dank der zahlreichen Studenten, die die Stadt besiedeln, jugendlichem, dynamischem Flair zu genießen. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Museen erzählen die aufregende Geschichte, die die Stadt hinter sich hat. Sie gilt als die Perle unter den hübschen kolonialen Städten Mexikos.
GESCHICHTLICHES
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Trotz der dramatischen Lage der Stadt zwischen steilen Berghängen und am einem ausgetrockneten Flussbett besiedelten die Spanier in ihrer Gier nach Silber die Gegend um 1541 und Guanajuato wurde gegründet. Seine heutige Pracht hat die Stadt dem damaligen Wohlstand zu verdanken, der darauf folgte, denn die einstigen Silberminen in und um Guanajuato gelten als die ergiebigsten der Welt. Der Anteil der Region an der weltweiten Silberproduktion betrug etwa 40%. Doch die Stadt ist nicht nur legendär wegen seiner reichen Silbervorkommen, sondern auch aufgrund seines Rufs als Wiege der Revolution. Der wohlhabende, in Mexiko geborene spanischstämmige Teil der Bevölkerung begann, sich über die Herrschaft der Kolonisten aus Spanien zu ärgern. Das politische Wirrwarr in Mexiko, welches Napoleons Eroberung Spaniens folgte, war dann schließlich der Auslöser für die revolutionären Pläne, die hier, aber auch in anderen kolonialen Städten, wie San Miguel de Allende und Querétaro, geschmiedet wurden. In den darauffolgenden Jahren der Unabhängigkeit entstanden viele der schönen Kirchen und andere prächtige Gebäude.
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SEHENSWERTES & AKTIVITÄTEN
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Es ist schon eine Freude an sich, durch das Labyrinth der zahlreichen, ineinander verschlungenen Gassen Guanajuatos zu schlendern, die teilweise auch unterirdisch verlaufen. Die meisten sind winzig, die berühmte Kussgasse etwa ist so schmal, dass sich die Bewohner von den gegenüberliegenden Balkonen küssen können ...! Der Legende nach wohnten hier einmal die Tochter einer gut betuchten Familie und ein armer Minenarbeiter. Ihre Romanze war natürlich von vorneherein zum Scheitern verurteilt, doch über den Balkon konnten sie heimliche Küsse austauschen. Die Liebe fand schließlich ein tragisches Ende. Ein guter Ausgangpunkt für die Erkundung der Stadt ist die zentrale Plaza, der wichtigste Treffpunkt der Bewohner und Standort zahlreicher wunderbarer Bauten. Hier angrenzend befindet sich der Jardín de la Unión mit vielen süßen Cafés und Restaurants. Daneben steht das prächtige Teatro Juárez, welches großzügig ausgestattet und verziert wurde und ein gutes Beispiel für den damaligen verschwenderischen Stil abgibt. Wer sich für die turbulente Vergangenheit der Stadt interessiert, sollte dem Museum Alhóndiga de Granaditas einen Besuch abstatten. Das einstige Lagerhaus ist ein wichtiger Schauplatz der Revolution, da hier der erste wichtige Sieg der Rebellen stattfand. Ein berühmter Sohn der Stadt ist Diego Riviera, der Ehemann Frida Kahlos, dessen Geburtshaus heute ein Museum ist in dem einige Werke des Malers, sowie persönliche Besitztümer der Familie ausgestellt sind. Selbstverständlich gibt es in der wohlhabenden, äußerst katholisch geprägten Stadt eine Vielzahl an Kirchen zu bestaunen, wie etwa die Basilica de Nuestra Señora de Guanajuato, in der eine reich mit Edelsteinen geschmückte Figur der Jungfrau steht. Fast ebenso berühmt-berüchtigt wie das chaotische Gassengewirr der Stadt ist das Museo de las Momias. Mitte des 19. Jahrhunderts musste die Stadt Platz für neue Leichen auf dem städtischen Friedhof schaffen. Also wurden die Verstorbenen ausgebuddelt, doch aufgrund des hohen Mineralgehalts des Bodens waren die mumifizierten Leichen bestens erhalten und man beschloss, sie auszustellen. Etwas grotesk, aber ein gutes Beispiel für den ungezwungenen Umgang der Mexikaner mit dem Tod!
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FIESTAS
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Absolut legendär ist das Festival Internacional Cervantino im Oktober, das zu den wichtigsten Kunstevents in ganz Lateinamerika zählt. Etwa zwei Wochen lang strömen Künstler aus aller Welt in die Stadt um Musik-, Theater- oder Tanzshows aufzuführen. Schön ist auch der Baile de las Flores, der Blumentanz der am Donnerstag der Semana Santa stattfindet. Am nächsten Tag sind die Minen mit den geschmückten Altären für die Jungfrau Maria, Schutzpatronin der Arbeiter, für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Juni findet die Fiesta de San Juan y Prese de la Olla statt, mit Musik Tanz und einem Feuerwerk wird hier der Heilige geehrt. Am 9. August wird die Übergabe der edelsteinbesetzten Figur der Jungfrau, die heute in der Basilica steht, gefeiert. Philipp II. überreichte sie damals der Bevölkerung Guanajuatos als Dank für den Wohlstand, den die spanische Krone durch die Stadt erlangte.
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AUSFLÜGE IN DIE UMGEBUNG
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In einer legendären Minenstadt wie Guanajuato sollte auch kein Besuch in einer Mine fehlen. Die La Valencia Mine liegt nur 5 km außerhalb des Zentrums auf einem Hügel und förderte einst Tonnen von Silber, Gold und anderer Erze. Auch heute wird hier noch abgebaut. Die Mine selbst ist zwar nicht zu besichtigen, jedoch das Gelände an sich und man bekommt einiges von dem Arbeitsalltag mit. Kurz vorm Stadtzentrum liegt auch die Hacienda San Gabriel de Barrera aus dem 17. Jahrhundert, die einst dazu diente, das abgebaute Material aus der Mine zu verarbeiten, mittlerweile jedoch zum Museum umfunktioniert wurde. Das Grundstück mit seinen schönen Gärten, Brunnen und Wegen ist herrlich um etwas zu entspannen. Wer preisgünstig Lederwaren shoppen möchte, fährt dazu am besten nach León, einer Industriestadt wenige Kilometer westlich von Guanajuato. Hier gibt es preiswerte Lederartikel aller Art zu kaufen, wie Schuhe, Taschen und auch Sättel. Auch das revolutionäre Städtchen Dolores de Hidalgo ist nicht weit entfernt und bietet wie Guanajuato viele sehenswerte und geschichtsträchtige Orte und Gebäude. Hier begann die mexikanische Unabhängigkeitsbewegung mit dem berühmten Grito de Independencia, dem Schrei der Unabhängigkeit, des Priesters Miguel Hidalgo.
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